Stock Keeping Units (SKUs) sind das Rückgrat einer erfolgreichen Lagerverwaltung für Unternehmen jeder Größe. Egal, ob du einen Online-Shop betreibst, ein Lager verwaltest oder ein stationäres Geschäft führst – die Implementierung eines robusten SKU-Systems hilft dir dabei, Produkte zu verfolgen, Lagerengpässe zu vermeiden und die Rentabilität zu maximieren.
Dieser umfassende Leitfaden führt dich durch alles, was du über SKUs wissen musst – vom Verständnis ihres grundlegenden Zwecks bis hin zur Umsetzung fortgeschrittener Strategien, die das Unternehmenswachstum vorantreiben. Du lernst, wie du effektive SKUs für deine spezifischen Geschäftsanforderungen erstellst und häufige Fallstricke vermeidest, die deine Lagerverwaltung zum Scheitern bringen können.
Was ist eine Stock Keeping Unit (SKU)?
Eine Stock Keeping Unit ist ein alphanumerischer Code, der intern von Verkäufer:innen erstellt wird, um ihr Produktinventar (auch als „Lagerbestand" bezeichnet) zu identifizieren, zu empfangen und zu lokalisieren. Diese Art von Code, der aus Buchstaben und Zahlen besteht, ist besser bekannt als SKU (ausgesprochen s-käj-ju). Es ist bewährte Praxis für Unternehmen, jeder ihrer Produkte eine eindeutige SKU zuzuweisen.
SKU-Definition und Hauptmerkmale
Eine SKU ist eine eindeutige interne Kennung, die Unternehmen erstellen, um ihr Inventar effizient zu verfolgen und zu verwalten. Im Gegensatz zu anderen Produktcodes sind SKUs vollständig anpassbar und darauf ausgelegt, deine spezifischen Geschäftsanforderungen zu erfüllen.
Hauptmerkmale von SKUs sind:
- Alphanumerisches Format (Kombination aus Buchstaben und Zahlen)
- Ohne spezielle Ausrüstung für Menschen lesbar
- Eindeutig für jede Produktvariante
- Erstellt und kontrolliert von der/dem Verkäufer:in
- Typischerweise prägnant für bessere Lesbarkeit (z. B. acht bis 12 Zeichen), aber es gibt keine universelle Maximallänge
Warum SKUs für die Lagerverwaltung wichtig sind
SKUs bilden das Fundament moderner Lagerverwaltungssysteme. Laut McKinsey (Studie auf Englisch) können mindestens 50 % der Einzelhandelsaufgaben automatisiert werden, wobei die SKU-basierte Verfolgung eine kritische Komponente darstellt.
Effektives SKU-Management hilft Unternehmen dabei:
- Lagerbestände an mehreren Standorten in Echtzeit zu verfolgen
- Schnell- und langsamdrehende Produkte zu identifizieren
- Lagerengpässe und Überbestände zu vermeiden
- Nachbestellungsprozesse zu optimieren
- Die Bestellgenauigkeit und Fulfillment-Geschwindigkeit zu verbessern
Wo werden SKUs verwendet?
SKUs erscheinen in der gesamten Einzelhandelslandschaft und dienen als universelle Sprache für die Produktidentifikation.
Du begegnest SKUs in:
- Lagerhäusern
- Einzelhandelsgeschäften
- Katalogen
- Online-Shops
- Fulfillment-Zentren
SKUs helfen Unternehmen dabei, jeden Teil ihres Inventars an allen Standorten genauer und einfacher zu erfassen. Wenn du beispielsweise ein stationäres Geschäft betreibst, ist es am besten, allen deinen Produkten SKUs zuzuweisen, bevor du eine Inventurprüfung durchführst. Das hilft dir dabei, ein vollständiges und genaues Bild deines Lagerbestands zu erhalten und macht den Prüfungsprozess für dein Team effizienter und scannbarer.
Vorteile der SKU-Nutzung
Die Implementierung eines gut durchdachten SKU-Systems bringt operative und finanzielle Vorteile für Unternehmen jeder Größe. Laut Mordor Intelligence wird erwartet, dass die globale Einzelhandelsbranche 2031 einen Wert von 41,53 Billionen US-Dollar erreicht (Link auf Englisch), und eine effiziente Lagerverwaltung durch SKUs wird zunehmend entscheidend für die Eroberung von Marktanteilen.
Hauptvorteile der SKU-Nutzung sind:
- Verbesserte Lagertransparenz: SKUs bieten sofortigen Einblick in Lagerbestände, Standorte und Bewegungsmuster. Diese Transparenz hilft dabei, kostspielige Lagerengpässe zu vermeiden, die zu verlorenen Verkäufen und enttäuschten Kund:innen führen können.
- Verbesserte Rentabilitätsanalyse: Durch die Verfolgung von Verkäufen auf SKU-Ebene können Unternehmen ihre profitabelsten und unprofitabelsten Produkte identifizieren. Diese Daten treiben bessere Einkaufsentscheidungen voran und helfen bei der Optimierung des Produktmixes.
- Schnellere Auftragsabwicklung: Klare SKU-Kennzeichnung reduziert Kommissionierungsfehler und beschleunigt den Fulfillment-Prozess. Mitarbeiter:innen können Produkte schnell ohne Verwirrung lokalisieren und verbessern so die Kundenzufriedenheit.
- Bessere Nachfrageprognose: Historische SKU-Daten zeigen saisonale Trends und Kaufmuster auf und ermöglichen eine genauere Lagerplanung sowie die Reduzierung von Lagerkosten.
- Vereinfachter Multi-Channel-Verkauf: SKUs helfen dabei, eine konsistente Lagerverfolgung über Online-Shops, physische Standorte und Marktplätze hinweg aufrechtzuerhalten, verhindern Überverkäufe und verbessern die Kundenerfahrung.
SKUs erstellen: Ein 5-Schritte-Guide
- Definiere deine SKU-Struktur
- Wähle deine Kennungen
- Setze Zeichenlimits fest
- Erstelle deine SKU-Vorlage
- Teste und implementiere
Die Erstellung eines effektiven SKU-Systems erfordert sorgfältige Planung und Konsistenz. Folge diesem bewährten Framework, um SKUs zu entwickeln, die mit deinem Unternehmen skalieren und die operative Effizienz verbessern.
1. Definiere deine SKU-Struktur
Beginne damit zu bestimmen, welche Informationen deine SKUs vermitteln müssen.
Häufige Elemente sind:
- Produktkategorie oder -typ
- Marke oder Lieferant:in (für Multi-Brand-Händler:innen)
- Hauptattribute (Größe, Farbe, Material)
- Standortkennungen (für Unternehmen mit mehreren Standorten)
Dokumentiere deine Struktur, bevor du SKUs erstellst, um Konsistenz in deinem gesamten Katalog zu gewährleisten.
2. Wähle deine Kennungen
Wähle aussagekräftige Abkürzungen, die dein Team leicht verstehen und sich merken kann.
Best Practices sind:
- Verwende die ersten zwei bis drei Buchstaben beschreibender Wörter (z. B. SWZ für schwarz, GRS für groß)
- Vermeide ähnlich aussehende Zeichen (O und 0, I und 1) wo immer möglich
- Sei konsistent mit Abkürzungen über alle Produkte hinweg
- Erstelle eine Hauptliste genehmigter Abkürzungen, auf die du dich beziehen kannst, wenn du in Zukunft SKUs für neue Produkte erstellst
3. Setze Zeichenlimits fest
Lege klare Limits für jede SKU-Komponente fest, um Konsistenz zu wahren. Diese Zeichenlimits liegen hauptsächlich bei dir, obwohl bestimmte Lagerplattformen dich an ihre eigenen Limits binden können. Zum Beispiel akzeptiert Shopify SKUs mit bis zu 16 Zeichen, während Amazon-SKUs bis zu 40 Zeichen lang sein können.
Ein Produkt mit mehreren Attributen könnte eine SKU-Länge haben, die so aussieht:
- Produktkategorie: Drei Zeichen
- Produktattribute: Zwei bis drei Zeichen pro Attribut
- Gesamte SKU-Länge: Acht bis 12 Zeichen
Denke daran, dass kürzere SKUs einfacher zu verwalten sind, aber sie müssen trotzdem genügend Informationen enthalten, um nützlich und voneinander unterscheidbar zu sein.
4. Erstelle deine SKU-Vorlage
Entwickle eine standardisierte Vorlage, der alle Teammitglieder folgen können.
Eine typische SKU-Vorlage könnte so aussehen:
[Kategorie]-[Marke]-[Stil]-[Farbe]-[Größe]
Beispiel: TS-NI-RND-BLA-M (T-Shirt, Nike, Rundhals, Blau, Medium)
Teste deine Vorlage mit verschiedenen Produkten, um sicherzustellen, dass sie für dein gesamtes Inventar funktioniert.
5. Teste und implementiere
Bevor du dein SKU-System einführst:
- Erstelle SKUs für eine Stichprobe von Produkten
- Lass Teammitglieder damit üben
- Identifiziere Verwirrung oder Ineffizienzen
- Verfeinere dein System basierend auf Feedback
- Schule alle Mitarbeiter:innen im finalen System
- Dokumentiere den Prozess für zukünftige Referenz
SKU-Best-Practices und gängige Formate
Das Befolgen von Branchenstandards stellt sicher, dass dein SKU-System organisiert und effektiv bleibt, auch wenn dein Unternehmen wächst.
Hier sind einige bewährte SKU-Strategien und Formatierungsrichtlinien erfolgreicher Händler:innen:
- Beginne breit, dann werde spezifisch: Beginne deine SKU mit der breitesten Kategorie und grenze auf spezifische Attribute ein. Das schafft eine logische Hierarchie, die einfach zu navigieren ist. Es hilft dir auch dabei sicherzustellen, dass jede SKU in deinem gesamten Inventar eindeutig ist.
- Verwende konsistente Formatierung: Behalte dieselbe Reihenfolge der Attribute über alle SKUs bei. Wenn du mit Kategorie-Farbe-Größe für ein Produkt beginnst, verwende dieselbe Reihenfolge für alle Produkte. Bleibe auch konsistent, indem du Großbuchstaben verwendest, anstatt zwischen Groß- und Kleinschreibung zu wechseln.
- Vermeide Sonderzeichen und Leerzeichen: Halte dich nur an Buchstaben und Zahlen. Die Verwendung von Sonderzeichen (z. B. @, #, $, %, &) oder das Lassen von Leerzeichen zwischen Zeichen kann Systemfehler bei Lagerverwaltungssoftware und Barcode-Systemen verursachen. Eine Ausnahme von dieser Regel sind Bindestriche; Bindestriche sind eine akzeptable und gängige Zeichenoption in SKUs und helfen dabei, Abschnitte zu trennen, um die Lesbarkeit zu verbessern.
- Plane für Wachstum: Lasse Raum in deiner SKU-Struktur für neue Produkte, Kategorien oder Attribute, die du in Zukunft hinzufügen könntest.
Sobald du deine SKUs erstellt hast, teste sie mit deinen Barcode-Scannern und deiner Lagersoftware. Das hilft dir dabei, Verbesserungsbereiche zu identifizieren und sicherzustellen, dass jede SKU funktional und mit ihrer korrekten Produktvariante verbunden ist.
Wie lang sollten SKUs sein?
Die ideale SKU-Länge balanciert Informationsgehalt mit Praktikabilität. Je kürzer deine SKUs sind, desto leichter können sie von dir und deinen Mitarbeiter:innen verstanden werden, aber die Zeichenlänge ist nicht alles.
Der gängige Rat ist, jede deiner SKUs auf nicht mehr als 12 Zeichen zu begrenzen, aber tatsächliche SKU-Längen variieren stark zwischen Branchen und Lagerplattformen. Anstatt dich nur auf die SKU-Länge zu konzentrieren, priorisiere Klarheit, Konsistenz und Lesbarkeit in deinen SKUs – dann identifiziere Bereiche, wo du Überflüssiges reduzieren und prägnanter sein kannst.
Häufige SKU-Fehler vermeiden
Selbst erfahrene Händler:innen können in diese häufigen SKU-Fallen tappen. Lerne aus diesen Fehlern, um von Anfang an ein robusteres System aufzubauen.
Zu vermeidende SKU-Fehler sind:
- Mit Nullen beginnen: Viele Tabellenkalkulationsprogramme lassen führende Nullen weg, was deine SKU-Daten beschädigen kann. Beginne SKUs immer mit Buchstaben.
- Herstellernummern als SKUs verwenden: Obwohl verlockend, spiegeln Herstellernummern nicht deine internen Organisationsbedürfnisse wider und können sich ohne Vorankündigung ändern. Behalte die Kontrolle über dein Inventar, indem du bei deinem eigenen SKU-System bleibst.
- Übermäßig komplexe SKUs erstellen: Lange, komplizierte SKUs erhöhen die Fehlerwahrscheinlichkeit und verlangsamen Abläufe. Halte sie so einfach wie möglich, während sie trotzdem beschreibend bleiben.
- Alte SKUs wiederverwenden: Sobald ein Produkt eingestellt wird, stelle seine SKU dauerhaft außer Dienst. Die Wiederverwendung von SKUs schafft Verwirrung in historischen Daten und Berichten.
- Skalierbarkeit ignorieren: Ein SKU-System, das für 100 Produkte funktioniert, könnte bei 10.000 versagen. Plane von Anfang an für Wachstum.
- Inkonsistente Abkürzungen: Die Verwendung sowohl von „BLA" als auch von „BL" für blau bei verschiedenen Produkten schafft unnötige Verwirrung.
- Varianten vergessen: Stelle sicher, dass dein System alle Produktvariationen handhaben kann, einschließlich derer, die du später hinzufügen könntest.
SKU-Beispiele nach Unternehmenstyp
Die Attribute und Formatierung deiner SKUs hängen typischerweise von den Produktkonventionen deines Unternehmenstyps oder deiner Branche ab.
Hier sind beispielsweise einige gängige SKU-Formate nach Branche:
- Mode-Einzelhandel: [Kategorie]-[Marke]-[Stil]-[Farbe]-[Größe]
- Elektronik: [Typ]-[Marke]-[Modell]-[Kapazität]-[Farbe]
- Haushaltswaren: [Raum]-[Kategorie]-[Material]-[Größe]-[Farbe]
- Lebensmittel: [Kategorie]-[Marke]-[Geschmack]-[Größe]-[Packung]
Schauen wir uns einige detailliertere Beispiele von SKUs an, die zeigen, wie verschiedene Unternehmenstypen ihre Produktkennungen strukturieren.
Multi-Brand-Einzelhandelsunternehmen SKU
Wenn du ein Unternehmen bist, das Produkte verschiedener Marken oder Hersteller:innen weiterverkauft, benötigst du SKU-Formate, die mehrere Variablen berücksichtigen. Das liegt daran, dass deine SKU nicht nur gängige Eigenschaften wie Produktgröße, -farbe und -typ berücksichtigen muss, sondern auch, wer das Produkt hergestellt hat.
Zum Beispiel könnte ein Schuhgeschäft in der Nachbarschaft Schuhe verschiedener Marken verkaufen. Das erfordert die Verfolgung des Inventars nach Marke neben Stil, Größe und Farbe.
Betrachte einen Schuhhändler, der eine SKU für eines seiner Produkte von der Marke Allbirds erstellt: die Women's Tree Runner NZ Sneaker.
Die SKU für dieses Produkt in marineblau Damengröße 39 könnte so aussehen:
AB-SNK-MB-D39
Diese SKU würde sich übersetzen zu:
- AB: Die Marke oder Hersteller:in des Produkts, in diesem Fall Allbirds.
- SNK: Der Typ oder Stil des Produkts, in diesem Fall ein Sneaker.
- MB: Die Farbe des Produkts, in diesem Fall marineblau.
- D39: Die Größe des Produkts, einschließlich Geschlechtsbezeichnung, in diesem Fall Damengröße 39.
Single-Brand-DTC-Unternehmen SKU
Direct-to-Consumer (DTC) Marken, die ausschließlich ihre eigenen Produkte verkaufen, haben andere SKU-Prioritäten. In diesem Fall, im Gegensatz zu einem Einzelhandelsgeschäft, das Produkte mehrerer Marken verkauft, musst du möglicherweise keine Herstellercodes in deine SKUs einbeziehen.
Um beispielsweise Lagerabläufe zu optimieren, könnte die DTC-geschlechtsneutrale Bekleidungsmarke TomboyX ihre SKUs auf Details wie Bekleidungstyp, Stoffart, Größe und Bekleidungskollektion fokussieren. Da sie ihre Produkte nicht nach Geschlecht kategorisieren, ist dieses Bekleidungsattribut in ihrer SKU-Struktur unnötig.
Wenn du eine SKU für den TomboyX Essentials Soft Bra - Black Rainbow Logo erstellen würdest, würdest du dich auf die relevantesten Produktattribute konzentrieren.
Die SKU für dieses Produkt in Größe 3XL könnte so aussehen:
BH-RBW-SWZ-3X
Diese SKU würde sich übersetzen zu:
- BH: Der Typ der Bekleidung, in diesem Fall ein BH.
- RBW: Die Produktkollektion, in diesem Fall die Rainbow Pride Kollektion.
- SWZ: Die Hauptfarbe des Produkts, in diesem Fall schwarz.
- 3X: Die Größe des Produkts, in diesem Fall eine geschlechtsneutrale 3XL.
Marktplatz-Verkäufer:in SKU-Beispiele
Wenn du auf mehreren Online-Marktplätzen verkaufst (z. B. Amazon, eBay oder Etsy), benötigt dein SKU-System zusätzliche Überlegungen.
Marktplatz-Verkäufer:innen fügen oft Kanalkennungen hinzu, um zu verfolgen, wo Verkäufe stattfinden, und kanalspezifisches Inventar zu verwalten. Dieser Prozess hilft Marktplatz-Verkäufer:innen dabei, schnell zu identifizieren, welchem Kanal Inventar zugeordnet ist, was dabei hilft, Überverkäufe über Plattformen hinweg zu verhindern.
Das Format für eine Marktplatz-SKU-Struktur könnte so aussehen:
[Kanal]-[Kategorie]-[Marke]-[Modell]-[Variante]
Zum Beispiel könnte ein Amazon-Verkäufer eine SKU wie diese erstellen:
AZ-EL-AP-I15-SW-128
Diese SKU würde sich übersetzen zu:
- AZ: Marktplatz (Amazon)
- EL: Kategorie (Elektronik)
- AP: Marke (Apple)
- I15: Modell (iPhone 15)
- SW: Farbe (Schwarz)
- 128: Speicherkapazität (128 GB)
SKU vs. andere Produktkennungen
Das Verständnis der Unterschiede zwischen SKUs und anderen Produktkennungen ist entscheidend für eine effektive Lagerverwaltung. Jede Kennung dient einem spezifischen Zweck im Einzelhandelsökosystem.
SKU vs. UPC Vergleichstabelle
| Merkmal | SKU | UPC |
|---|---|---|
| Erstellt von | Einzelne:r Händler:in/Verkäufer:in | Hersteller:in (GS1-Standard) |
| Format | Alphanumerisch, anpassbar | 12-stelliger numerischer Barcode |
| Eindeutigkeit | Eindeutig für jedes Unternehmen | Universal über alle Händler:innen |
| Zweck | Interne Lagerverfolgung | Point of Sale, Lieferkette |
| Scannbar | Kann scannbar sein, aber nicht erforderlich | Immer scannbarer Barcode |
| Länge | Variabel (4–12+ Zeichen) | Fest (12 Ziffern) |
| Menschlich lesbar | Ja, für Menschen konzipiert | Nicht leicht von Menschen interpretierbar |
SKU vs. Modellnummern
Modellnummern unterscheiden sich von SKUs. Jede eindeutige Modellnummer wird von der/dem Hersteller:in des Produkts generiert und kann von Händler:innen nicht verändert werden.
Während SKUs typischerweise interne Codes sind, die Kund:innen nicht sehen, sind Modellnummern sichtbar und nützlich für Kund:innen. Da die Modellnummer eines Produkts unabhängig vom Kaufort dieselbe ist, können Kund:innen die Modellnummer verwenden, wenn sie Herstellersupport suchen.
SKU vs. Seriennummern
Seriennummern sind typischerweise Elektronikprodukten vorbehalten, wie Handys, Spielkonsolen und Küchengeräten.
Der Begriff „Modellnummer" wird manchmal synonym mit „Seriennummer" verwendet, aber die beiden Nummern unterscheiden sich voneinander genauso wie von SKUs. Wie Modellnummern wird jede Seriennummer eines Produkts von seiner/ihrer Hersteller:in erstellt und kann von Verkäufer:innen nicht angepasst werden.
Im Gegensatz zu Modellnummern ist jedoch jede Seriennummer eindeutig für jede einzelne Einheit, nicht geteilt mit anderen Produkten in ihrem Modell oder anderswo.
Seriennummern sind kundenseitig, das bedeutet, sie sind für Kund:innen leicht zu lokalisieren und zu identifizieren. Zum Beispiel ist es üblich, dass Hersteller:innen die Seriennummer eines Produkts anfordern, um eine Rücksendung oder Reparatur zu bearbeiten.
SKU vs. ASIN (für Marktplatz-Verkäufer:innen)
Amazon Standard Identification Numbers (ASINs) sind eine weitere wichtige Kennung für E-Commerce-Verkäufer:innen. Das Verständnis der Unterscheidung zwischen ASINs und SKUs hilft Marktplatz-Verkäufer:innen dabei, Inventar effektiv zu verwalten.
Hier sind ihre Hauptunterschiede:
- ASINs sind eindeutig für Amazons Katalog und werden von Amazon zugewiesen.
- Ein Produkt hat dieselbe ASIN über alle Amazon-Verkäufer:innen hinweg.
- SKUs bleiben eindeutig für dein Unternehmen, auch beim Verkauf auf Amazon.
- Du ordnest deine SKUs den ASINs von Amazon in deinem Verkäuferkonto zu.
- ASINs sind 10 Zeichen lang und beginnen mit „B0".
Profi-Tipp: Füge die ASIN in deine interne Dokumentation ein, aber halte dein SKU-System unabhängig für Flexibilität über Verkaufskanäle hinweg.
Fortgeschrittene SKU-Strategien
Sobald du die grundlegende SKU-Erstellung gemeistert hast, können diese fortgeschrittenen Strategien dabei helfen, deine Lagerverwaltung zu optimieren und die Rentabilität zu steigern. Dabei ist die ausgeklügelte SKU-Verwaltung für Wettbewerbsvorteile unerlässlich geworden.
SKUs für Lagerprognosen verwenden
SKU-Ebenen-Daten bieten die granularen Einblicke, die für genaue Lagerprognosen benötigt werden.
Durch die Analyse historischer Verkaufsmuster auf SKU-Ebene kannst du:
- Saisonale Trends identifizieren: Verfolge, welche SKUs zu bestimmten Jahreszeiten ansteigen, und plane das Inventar entsprechend. Zum Beispiel könnte ein Bekleidungshändler bemerken, dass die SKU JK-DM-BLA-L (blaue Jeansjacke, groß) während der Herbstsaison dreimal so viele Einheiten verkauft. Jetzt wissen sie, dass sie zu dieser Jahreszeit höhere Mengen dieses Produkts lagern müssen.
- Nachbestellpunkte berechnen: Verwende die Formel (Durchschnittliche tägliche Verkäufe × Lieferzeit) + Sicherheitsbestand. SKU-Ebenen-Verfolgung macht diese Berechnung für jede Produktvariante präzise. Zum Beispiel könnte eine Bekleidungsmarke ein beliebtes Tank-Top in Hot Pink haben, das sich doppelt so schnell verkauft wie die türkise Produktvariante für dasselbe Tank-Top. Mit SKU-Ebenen-Verfolgung kannst du verschiedene Nachbestellpunkte für jede dieser Produktvarianten setzen, um den Lagerbedarf zu reflektieren.
- Lagerbestände optimieren: Behalte gerade genug Inventar, um die Nachfrage zu erfüllen, ohne übermäßiges Kapital in langsamdrehenden SKUs zu binden.
SKU-Geschwindigkeit und Rentabilitätsanalyse
SKU-Geschwindigkeit misst, wie schnell sich Produkte durch dein Inventar verkaufen. Da sich jede SKU mit einer anderen Rate verkauft, hilft diese Metrik dabei, diese variierenden SKU-Geschwindigkeiten zu verfolgen und entsprechend gesunde Lagerbestände zu halten.
Es gibt einige verschiedene Formeln, die Unternehmen zur Berechnung der SKU-Geschwindigkeit verwenden, aber hier ist die gängigste Formel (Link auf Englisch):
SKU-Geschwindigkeitsverhältnis = Wareneinsatz (COGS) ÷ Durchschnittlicher Lagerwert
Wenn du diese Formel für jede deiner SKUs verwendest, kannst du das Geschwindigkeitsverhältnis jeder SKU entdecken. Typischerweise wird eine Lagerumschlagshäufigkeit zwischen 4 bis 6 als gesunder Umsatz betrachtet. Das bedeutet, eine SKU wird zwei- bis viermal jährlich nachbestellt (d. h. mittlere Geschwindigkeit).
Für SKUs mit einer Lagerumschlagshäufigkeit über 4 möchtest du vielleicht Wege finden, Bestellmengen zu erhöhen, um die Stückkosten für diese schnelldrehenden SKUs zu reduzieren.
Andererseits, wenn eine deiner SKUs ein Geschwindigkeitsverhältnis von 1 oder weniger hat, ist es möglicherweise Zeit zu überdenken, ob diese Produkte noch wert sind, gelagert zu werden. Langsamdrehende SKUs binden Kapital und Lagerraum, die für profitablere Produkte verwendet werden könnten. Erwäge, diese SKUs zu reduzieren, um Ladenhüter zu räumen, oder überdenke deine Marketingstrategie, um zu sehen, ob du diese Einheiten schneller bewegen kannst.
Sobald du diese SKU-Geschwindigkeitsdaten hast, kannst du sie als Teil der Rentabilitätsanalyse deines Geschäfts verwenden. Kurz gesagt: Wenn du deine profitabelsten SKUs identifizieren kannst, kannst du Ressourcen entsprechend zuweisen, um den Cashflow zu erhöhen und deine Margen zu steigern.
SKU-Verwaltung automatisieren
Moderne Lagerverwaltungssysteme können viele SKU-bezogene Aufgaben automatisieren, die Genauigkeit verbessern und gleichzeitig Zeit sparen.
Wichtige SKU-Automatisierungsmöglichkeiten sind:
- Automatisch generierte SKUs: Richte Regeln in deinem System ein, um automatisch SKUs für neue Produkte basierend auf ihren Attributen zu erstellen. Das gewährleistet Konsistenz und spart Zeit beim Produkt-Onboarding.
- Barcode-Druck: Integriere dein SKU-System mit Etikettendruckern, um automatisch scannbare Barcodes zu generieren, wenn Produkte ankommen.
- Niedrigbestand-Warnungen: Konfiguriere automatische Benachrichtigungen, wenn SKU-Mengen unter vorbestimmte Schwellenwerte fallen.
- Nachbestellungsautomatisierung: Richte dein System ein, um automatisch Bestellungen für schnelldrehende SKUs zu erstellen, wenn sie Nachbestellpunkte erreichen.
- Kanalübergreifende Synchronisation: Verwende Lagerverwaltungssoftware, die automatisch SKU-Mengen über alle Verkaufskanäle aktualisiert, wenn ein Verkauf stattfindet.
Laut aktuellen Einzelhandelstrenddaten (Link auf Englisch) berichten Händler:innen, die SKU-Ebenen-Automatisierung implementieren, von 30 % weniger Lagerengpässen und 25 % Reduzierung von Überbeständen.
Stock Keeping Unit (SKU) – FAQ
Was ist ein Beispiel für eine Stock Keeping Unit (SKU)?
Eine Stock Keeping Unit (SKU) identifiziert ein Produkt, typischerweise zugewiesen von einer/einem Händler:in oder Hersteller:in. Sie wird zur Lagerverfolgung verwendet und ist typischerweise mit dem Barcode eines Produkts verbunden. Ein Beispiel für eine SKU ist XYZ-12345. Das wäre die eindeutige Kennung für eine spezifische Produktvariante. Wenn du einen Barcode aus deinem SKU-Code erstellen möchtest, probiere Shopifys kostenlosen Barcode-Generator.
Wie erstellst du SKUs für deine Produkte?
Um SKUs für deine Produkte zu erstellen, folge diesen Schritten:
- Identifiziere die Hauptattribute, die deine Produkte unterscheiden (z. B. Kategorie, Marke, Größe, Farbe).
- Erstelle kurze Abkürzungen für jedes Attribut.
- Kombiniere diese Abkürzungen in einer konsistenten Reihenfolge, möglicherweise getrennt durch Bindestriche.
Zum Beispiel könnte ein großes blaues T-Shirt zu „TS-BLA-GRS" als SKU werden. Versuche, SKU-Längen für optimale Benutzerfreundlichkeit prägnant zu halten und dokumentiere deine Namenskonventionen für die Teamreferenz.
Was ist der Unterschied zwischen einer SKU und einem Barcode?
Eine SKU ist ein interner alphanumerischer Code, den du zur Lagerverfolgung erstellst, während ein Barcode (UPC) ein scannbares Bild mit einer standardisierten 12-stelligen Nummer ist, die von der/dem Hersteller:in zugewiesen wird. SKUs sind eindeutig für dein Unternehmen und menschlich lesbar, während Barcodes universal über alle Händler:innen sind, die dieses Produkt verkaufen. Du kannst deine eigenen SKUs erstellen, aber du kannst keine eigenen UPC-Barcodes erstellen – diese müssen von GS1 bezogen werden oder von der/dem Hersteller:in kommen.
Kannst du SKUs nach ihrer Erstellung ändern?
Obwohl technisch möglich, sollte das Ändern von SKUs nach der Implementierung vermieden werden. Das Ändern von SKUs kann die Lagerverfolgung stören, Diskrepanzen in historischen Verkaufsdaten schaffen und Mitarbeiter:innen verwirren. Wenn du eine SKU ändern musst, tue es während einer ruhigen Zeit, aktualisiere alle Systeme gleichzeitig, führe ein Querverweisblatt, das alte und neue SKUs verknüpft, und kommuniziere Änderungen klar an alle Teammitglieder. Es ist besser, dein SKU-System von Anfang an sorgfältig zu planen, um spätere Änderungen zu vermeiden.
Wie helfen SKUs bei der Lagerverwaltung?
SKUs sind fundamental für effektive Lagerverwaltung und ermöglichen präzise Verfolgung jeder Produktvariante über Standorte und Kanäle hinweg. Sie helfen dabei, eine höhere Rate der Lagergenauigkeit sicherzustellen, Lagerengpässe durch genaue Nachbestellpunkt-Berechnungen zu verhindern, Lagerkosten durch Identifizierung sich langsam verkaufender Bestände zu reduzieren, die Bestellgenauigkeit durch klare Produktidentifikation zu verbessern, detaillierte Verkaufsanalysen und Nachfrageprognosen zu ermöglichen und effiziente Lagerorganisation und Kommissionierungsprozesse zu erleichtern.
Wie viele SKUs sollte ein kleines Unternehmen haben?
Es gibt keine universelle Anforderung für die Anzahl der SKUs, die jedes kleine Unternehmen haben sollte. Stattdessen sollte die Anzahl der SKUs, die du erstellst, der Anzahl der Produktvarianten entsprechen, die du lagerst. Zum Beispiel würde eine DTC-Beauty-Marke, die 20 Produkte verkauft, jedes mit fünf Farbvarianten, ein System von 100 eindeutigen SKUs erstellen.




